Ich & die Tierkommunikation

ANGEFANGEN HAT ES IM HÜHNERSTALL

 

Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, doch die Kinderfotos sprechen für sich. Einen grossteil meiner Kindheit habe ich den Erzählungen nach im Hühnerstall meines Grossvaters verbracht, während meine Mutter im Laden arbeitete.

 

Wahrscheinlich habe ich schon damals mit den Hühnern geredet. Das ist nämlich gar nicht so komisch. Als Kinder hatten wir alle noch diese Fähigkeit mit den Tieren und den Geistwesen zu kommunizieren, da dieser Kanal angeboren und ganz natürlich ist. Erst mit der Kopflastigen Erziehung unserer Gesellschaft, verlieren wir die Fähigkeit auf natürliche Weise telepathisch zu kommunizieren. 

AUFGEWACHSEN INMITTEN EINES TIERZOOS

 

Ich besuchte die erste Klasse in Grundbach/Wattenwil Rain. Dieser kleine Dorfteil hatte gefühlte 50 Einwohner, ansonsten gab es da nur Kühe und Schafe, Weide und Wald. Für mich war dies die schönste und prägendste Zeit meines Lebens.

 

Wir bewohnten ein schönes Haus mit Holzheizung und unglaublich viel Umschwung. Zu meiner Familie zählten nebst meinen Eltern und meinen Geschwistern, 2 Laufenten, 17 Kaninchen, 3 Hühner, 3 Hunde, 5 Katzen und 50 Schafe vom Bauern auf der Weide neben unserem Haus, die ich adoptiert hatte :)

 

 

MEINE WELT WAR VOLLKOMMEN

 

Jeden Morgen vor der Schule, besuchte ich meine Schützlinge, holte die Eier unserer Hühner und schaute nach den Hasen und den Schafen. Für mich war die Welt vollkommen in Ordnung.

 

In meiner Freizeit lief ich an den Alpaufzügen mit. Die Kühe hatten immer so schöne grosse Blumengestecke auf ihren Köpfen. Ich half auf dem Bauernhof meiner Freundin Christine mit oder räumte mit meiner Freundin Sonja, den Müll aus dem Wald und dabei hielten wir immer Ausschau nach den Zwergen und Waldelfen. Ich wollte, dass sie ein schönes Zuhause haben. Ohne Dreck und Müll. Ich schämte mich für die Menschen, die ihren Müll im Wald entsorgten und bat die Waldbewohner um Entschuldigung.

 

Ich war ein wildes und unbändiges Kind, in meinem Herzen gab es nur eines: "Die absloute Freiheit!"

 

 

SCHOCK UND VERLUST

 

Eines Tages hatte mein Vater irgendeinen komischen Anfall und beschloss, alle meine Kaninchen zu schlachten! Wie diese kleinen Hasen unter der Holzkiste auf ihren Gnadenschuss warteten und ich nichts dagegen tun konnte, macht mich noch heute ohnmächtig. Ich wollte sie unbedingt retten, doch ich hatte keine Chance meinen Vater davon abzuhalten. Ich rannte in mein Zimmer und habe geheult. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben total schockiert und verzweifelt. 

 

Die Kaninchen hingen Wochenlang gehäutet im Keller. Bis die Fliegen ihre Eier in die Kadaver legten. Denn eigentlich sollten wir die Hasen essen, doch keiner von uns Kindern und auch unsere Mutter hat nur einen bissen davon essen können.  Warum das mein Vater getan hat? Ich habe keine Ahnung!

 

 

DER FREIE ALBINO HASE

 

Zurück blieb ein ausgewachsener Albino Hase, der sich ausserhalb seines Stalls in einem Holzhaufen einquartiert hatte.  Er lebte dort sein freies Leben und es schien ihm sehr gut zu gefallen in seinem Holzhaufen.

 

Eines Tages kam der Nachbar und übergab meiner Mutter einen Sack. Mit dem geschlachteten Hasen drinn!! Seine Begründung war: Bevor ihn der Fuchs nimmt, dachte ich, ich erledige ihn und so könnt ihr ihn essen. Dies war der Schock Nummer 2.

 

 

DIE ENTSCHLOSSENHEIT VON HERKULES

 

Ich war damals noch sehr klein. Doch meine Wut war grösser als die von Herkules und so machte ich mich auf den Weg zu meinem Nachbarn. Seine Frau meinte, er sei nicht da. Doch ich habe ihn gehört und wusste, dass er einfach nicht an die Tür kommen wollte. Ich wusste auch nicht, was ich mit ihm getan hätte, meine Wut war so gross ich konnte nicht mehr klar denken! Ich war gerüstet für den Kampf und entschlossen, meinen Hasen zu rächen!

 

Vor ihrem Haus stand ein wunderschöner Magnolienbaum mitten in seiner Blüte. Ich stieg den Baum hoch und rupfte jede einzelne Blüte vom Baum! Das war mein Racheakt… Ein Ast ist gebrochen und ich habe mir dabei den Bauch aufgeschlitzt. Blind vor Wut, war mir das egal. Ich wütete in meiner kindlichen Aggression vor seinem Haus herum und zerstörte ihm seinen ganzen Garten.

 

Er kam nicht mal aus seinem Haus, ich glaube er hatte wirklich Angst vor mir :D)

 

 

HÜHNER - SCHAUKEL

 

Unsere 3 Hühner, Fiffi, Sissi und Victoria. Manchmal kamen sie uns auf den Schoss, während wir auf der Schaukel hin und her schaukelten. Die Hühner fanden das super und genossen die Zeit mit uns Kindern sehr. Auch hatten sie Zugang zu unserer Wohnung und pickten die Krümel unter dem Tisch auf, während wir am Essen waren.

 

 

CHARLY UND SEINE TRAUMFRAU

 

Die beiden Laufenten, waren ein echtes Traumpaar und über beide Ohren verliebt. Sein Name war Charly. Ihr Name weiss ich leider nicht mehr. Sie verbrachten jeden Tag zusammen voller liebe in unserem Garten.

 

Eines Tages hörte ich Charly total aufgebracht und schaute aus dem Fenster. Schock Nummer 3! Der Fuchs! Am helllichten Tag. Er hat die Entendame in seiner Schnauze und versuchte, sie über den Zaun zu hiefen. Sie schlug mit ihren Flügeln und versuchte sich zu wehren. Dieses Szenario war echt schlimm und ich schrie wie eine wilde. Mein Vater kam angerannt und hat den Fuchs verjagt.

 

Doch Charlys Traumfrau ist gestorben. Ab diesem Tag an, wurde Charly richtig depressiv und er war untröstlich über den Verlust seiner Traumfrau. Es hat mein Herz zerbrochen ihn so zu sehen. Es hat noch eine ganze Weile gedauert, bis Charly sich in eine Gänsedame verliebt hatte und wieder ganz der Alte wurde ;)

 

 

EIN VERLUST JAGT DEN NÄCHSTEN

 

Unsere schöne Katze war trächtig. Sie hat ihre Jungen auf dem Hochzeitskleid meiner Mutter geboren. Ach war das eine Sache damals :D)

Es war schön, die kleinen Kätzchen aufwachsen zu sehen. Ein wunderschönes Erlebnis. 

 

Eines Tages hat meine meine Mutter eine junge Katze von uns überfahren. Sie hat sie nicht gesehen. Wir habe ihr ein Grabkreuz gewerkelt und sie im Garten begraben. Bald darauf erkrankte Nico unser Schäferrüde an Krebs und ging sehr jung von uns.

 

Doch das sollte nicht alles sein. Der Ober-Schlag kommt erst jetzt! Wir müssen umziehen und können ausser den Hunden, die anderen Tiere nicht mitnehmen!

 

 

SCHLOSS, PRINZESSINNEN UND MICKEY-MOUSE - DER ALBTRAUM

 

Ich sehe als wäre es heute, wie wir im Auto weg fahren und all das hinter uns lassen mussten. Ich denke, es war ein traumatisches Erlebnis für mich.  Wir zogen nach Murten in das Schlossquartier "Greng". Dort fühlte ich mich total fehl am Platz. Aus den Bergen in ein Schlossquartier, wo sich die Kinder wie ihre Barbies anzogen und mit Prinzenssinnen und Mickeymouse Kostüm herum liefen und nicht wussten, wie man auf Bäume klettert. Autsch..

 

 

CAMPING IM PFERDESTALL

 

Zum Glück gab es da meinen Hamster und die Anna, die auf dem Bauernhof lebte. Ich verbrachte meine Zeit bei ihr auf dem Hof. Wir campierten im Pferdestall, halfen mit die Kühe zu melken  und tobten uns im Wald aus.

 

An den Hamster kann ich mich nicht mehr so gut erinnern. Nur dass ich ihn mehrere Tage im Estrich gesucht habe, wo er sich durch die ganzen Kartonschachteln gefressen hatte und dass er sich einmal im Hamsterrad mit seinen langen Haaren festgehackt hatte und ich ihn immer wieder rausschneiden musste.

 

Mir gefiel es nicht, ein Tier im Käfig zu halten und so war ich dann auch froh, als er endlich gestorben ist. Ich finde es schrecklich und würde niemals mehr ein Tier halten wollen, das in einem Käfig leben muss.

 

 

HÜTTE VOLLER 4 BEINER

 

Nach 2 Jahren sind wir wieder umgezogen. Wir wurden regelrecht aus diesem Bonzen-Bünzli Quartier rausgemobbt. Mir war es recht. Wir zogen nach Kaufdorf in ein Haus und es dauerte nicht lange, war die Hütte wieder voller 4 Beiner. Juhu... Ein Gehege voller Meerschweinchen, Hasen, Hühner, Katzen, Hunde und 2 Ratten.

 

Nina und Babette. Die 2 Ratten begleiteten mich den ganzen Tag über. Mein Lehrer hat mich einige male nachhause geschickt, weil er die Ratten nicht ausstehen konnte. Wenn ich heute zurück denke, krieg ich einen Lachanfall.

 

 

KULLERNDE RATTENGAGGELIS UND EINIGE TIERGEBURTEN

 

Aus meinem Pullover kullerten die Rattengaggelis und ich stinkte wie ein.. keine Ahnung was, aber es wurde halt auch öfters mal nass unter meinem Schafwoll-Pullover... Tja ich bin angekommen in der Pubertät und meiner Punk-phase.

 

Unsere Jessica die Jackrussel Hündin bekam Babys. 5 kleine Schnuckelchens erblickten das Licht der Welt und wir durften dabei sein! Wundervoll,.

 

Auch bei der Geburt eines Kalbes war ich dabei. Der Bauer hat mir versprochen mich anzurufen, wenn es denn soweit ist und so klingelte eines späten Abends das Telefon und ich machte mich auf den Weg in den Stall.

 

 

SPAZIERGANG MIT 8 HUNDEN

 

Wir lebten so hin mit unseren Tieren und ich genoss diese Zeit sehr.  Ausser wenn ich mit 8 Hunden spazieren gehen musste, fand ich das nicht so toll. Einmal wurde ich sogar von einem alten Mann mit seinem Regenschirm angegriffen, weil er angst vor den Hunden hatte. Arco der Bernersennenhund, hatte ein ausgesprochen grosser Schutzinstinkt und ging wiederum auf diesen Mann los. Ich war damals 12 Jahre alt und total überfordert mit dieser Situation.

 

Keine Ahnung, vielleicht waren diese Erlebnisse ausschlaggebend, weshalb ich keine Hunde haben möchte. Ich hatte sozusagen eine Überdosis Hund :D)

 

Mein Interesse für Pferde blühte auf und ich wollte reiten. Ich besuchte die Reitstunde. Angefangen habe ich mit Ponys und später dann mit richtigen grossen Pferden.

 

 

DER HORSELAND-KATALOG

 

Meine Freizeit verbrachte ich damit, den Horseland Katalog zu studieren und mein ganzes Equipement für ein eigenes Pferd zusammen zustellen. Stundenlang, Tagelang! Der Katalog war gross und mein Budget sehr beschränkt :) Ich wünschte mir sehnlichst ein eigenes Pferd, das ich dann im Westernstil reiten will. Doch leider wurde auch aus diesem Traum nichts. Dafür kannte ich den Horseland Katalog inn- und auswendig :)

 

Wenn ich schon kein eigenes Pferd haben kann, dann wollte ich eben beruflich mit Pferden arbeiten. Mein Berufswunsch damals war, Bereiterin zu werden. Ich arbeitete auf das Reiterbrevet hin, doch es kam auch hier nie soweit. Mein Grosvater flippte regelrecht aus, als er davon hörte und gab mir zu wissen, dass ich ARBEITEN muss! Keine Zeit, um sich Träume zu erfüllen!

 

Niedergeschlagen suchte ich meine nächste Herausforderung und fragte beim Bauern im Dorf, ob ich seine Pferde pflegen dürfe. So verbrachte ich meine Abende bei den Pferden und war glücklich und zufrieden.

 

 

DURCHBRENNEN UND DEN SCHOCK IN DEN KNOCHEN

 

Ein paar mal ging ich noch mit fremden Pferden ausreiten, doch es endete meist im Drama und Chaos. Einmal hatten wir einen Sturm und die Pferde waren super unruhig, meines brannte natürlich durch und rannte mit mir auf dem Rücken schnurgerade auf die Hauptstrasse zu.  Glücklicherweise habe ich ja gelernt, wie man mit durchbrennenden Pferden umgeht und ich kam mit einem Schrecken davon. Doch der Gipfel war, als ein Pferd mit mir den ganzen Belpberg auf der Strasse um die engen Kurven hochgaloppiert ist. Ich wählte einen falschen Weg und das Pferd geriet in Panik und wollte nur noch nachhause.

 

Klar, es war auch ziemlich verantwortungslos ein junges Mädchen beim ersten mal alleine mit dem Pferd losreiten zu lassen. Ich wollte das damals gar nicht. Wollte erst das Pferd kennen lernen, doch die Frau bestand darauf, dass ich ausreiten gehe. 

 

Ich war unsicher, das Pferd war unsicher und schon hatten wir den Salat. Ich danke dem Himmel, dass uns kein Auto entgegenkam. Das wäre in einer riesen grossen Katastrophe geendet. Mein Schock war so gross, dass ich erstmal nicht mehr reiten wollte.

 

 

UND WEITER GEHT DIE VERLUSTREIHE

 

Zurück zu den Hunden: Eines Tages meinte meine Mutter, dass wir die kleinen Hunde verkaufen müssen. Super… Es war so schlimm für uns Kinder, dass meine Mutter ihren Traum einer eigenen Hundezucht aufgegeben hat. Find ich gut.

 

Meine Mam liess Jessica einschläfern, da bei ihr einen Hirntumor diagnostiziert wurde. Sie war unberechenbar und hat zunehmends gebissen. Jessy war mein Liebling. Sie schlief Nachts bei mir und damit meine Mutter das nicht mitkriegte, verkroch sie sich bis zum Gute-Nacht-Sagen unter meiner Bettdecke und als meine Mam dann draussen war, krabbelte Jessie unter der Decke hervor und machte es sich bei mir gemütlich. 

 

 

JESSIE'S ROTE ROSE

 

In meinem Tagebuch fand ich vor kurzem eine Stelle, in der ich sehr um Jessica trauerte, da meine Mutter mir damals nicht erzählt hat, dass Jessie gehen muss. Der Schock war gross, als ich Jessie im ganzen Haus suchte und nicht gefunden habe. Eine innere Panik machte sich in mir breit. Ich sollte recht haben... 

 

Scheinbar erblühte am Tag nach Jessie's Tod eine rote Rose in unserem Garten und ".. meine innere Stimme sagte mir, das ist Jessie! Sie kommt und sagt mir so auf wiedersehen. So ging ich jeden Morgen zu dieser Rose und begrüsste sie, erzählte ihr meine Sorgen, bis auch sie verblüht war."

 

Ganz ehrlich, ich wusste gar nicht, welch emotional-romantisch-verträumter kleiner Mensch ich war :)

 

 

GERETTETE KATZEN UND EINEN RATTENSCHWANZ

 

2 Katzen,. Joy und Peggy rettete ich vor dem Tod und brachte sie kurzerhand nach dem Bauernhofbesuch mit meiner Oma nachhause.Die beiden Katzen waren echt cool, doch mit den beiden Ratten war es auch manchmal stressig. Es gab da auch noch die Minka. Eine sehr scheue Katze. Sie gehörte meiner Schwester. Eines Nachts. Ich weiss nicht wie oder wer die Käfig tür geöffnet hatte, knackte es unter meinem Bett.  Aus der Schnauze von Minka lugte noch der Schwanz meiner Ratte heraus.. OH mein Gott…..!!!!!!!

 

Da Ratten leider nicht sehr alt werden, da sie nach ca. 2 Jahren an Krebs erkranken, wurde auch bald die Nina krank. Wir gingen in die Ferien und ich wollte sie nicht zuhause lassen. Auch konnte ich mich noch nicht von ihr trennen. Jede Nacht hab ich mit ihr im Bett geschlafen, da ich sie nicht mehr alleine lassen wollte.  

 

Als auch sie gestorben ist, wollte ich keine Ratten mehr, obwohl ich sie super finde. Doch diese Qual zu unterstützten, das konnte ich nicht mehr tun. Ich erinnere mich noch gut, wie die Ratten auf dem Tisch herum gesaust sind und nach Essensresten ausschau hielten. Ich weiss nicht, wer den grösseren Vogel hatte. Wir Kinder oder unsere Mutter J

 

 

MEERSCHWEINCHEN REANIMIEREN

 

Mein Bruder war noch sehr klein, als er unsere Meerschweinchen im Regenfass baden wollte. Völlig aufgedunsen und sterbend lagen sie im Gehege. Mein Vater und ich haben versucht, die Meerschweinchen mit einem Strohhalm wieder zu beleben. Ich weiss nicht mehr, ob eines überlebt hat. Jedenfalls war es unendlich traurig. Mein Bruder hat mir sehr leid getan, da er sehr unter seiner Tat gelitten hat und ja eigentlich nichts schlimmes vorhatte.

 

Ich kann mich nicht so recht erinnern, ob wir dann wieder neue Meerschweinchen hatten oder ob es erneut zu einem Wurf kam, jedenfalls kann ich mich sehr gut an ein wirklich übles Bild erinnern. Unsere Meerschweinchen lebten frei im Garten. Das heisst, sie haben immer wieder einen Schlupfloch gefunden um aus dem Gehege auszubrechen. Sie waren aber immer ums Haus und verliessen den Garten nie.

 

 

MARDER - MASSAKER

 

Eines Tages hat dann der Marder zugeschlagen. Wie er die Gehegetür aufgebracht hat war uns ein Rätsel. Er killte JEDES Tier, das draussen war. Die Hühner, die Meerschweinchen. Meine Mutter hat mich gerufen mit weit aufgerissenen Augen. Ich schaute aus dem Fenster und boah…. Ein Massaker… Damit die kleinen Geschwister nichts mitbekamen, ging es an diesem Tag ohne Frühstück und etwas früher zur Schule. Zum Glück musste ich nicht dabei helfen die Tierkadaver wegzuräumen! 

 

Meine Katze Peggy kam auch eines Tages nicht mehr nachhause. Ich fand sie auf den Zuggeleisen und mein Hund kam mit einem Bein der Katze angerannt.

 

 

SCHNAUZE GESTRICHEN VOLL

 

Wir mussten schon wieder umziehen. Mein Kater Joy lief 3 Mal den Weg von Belp nach Kaufdorf und so liessen wir ihn dann bei einem Nachbar, der sich um ihn kümmern wollte. Minka sprang aus dem Balkon und lief in Panik davon. Der junge neue Kater meines Bruders, verirrte sich im Maisfeld und wir haben ihn nie wieder gefunden.

 

Ich habe so einiges an Tieren beerdigt und verloren und so kam es dass ich die Schnauze gestrichen voll hatte. Fertig! Ich wollte nichts mehr wissen von Haustieren!

 

Ich wandte mich der Kunst zu. Im Keller richtete ich ein Atelier ein, begann zu malen und nahm Gitarren Unterricht.

 

 

TIERE UNSTERBLICH ALS TÄTOWIERUNG

 

Meine liebe zu den Tieren wollte ich nur noch als Tätowierung auf meinem Arm verewigen. Mit 14 Jahren lag ich meiner Mutter bereits  2 Jahre in den Ohren mit einem Tattoo-Wunsch und so kam es, dass ich zum Geburtstag meine erste Tätowierung habe stechen lassen. 

 

 

DIE WOLFSFRAU

 

Es war ein Wolf. Mysteriös, wild, stark und frei. Mich faszinieren Wölfe sehr. Mein Lieblingsbuch war damals "die Wolfsfrau".

 

Heute ziert meinen Arm 3 Wölfe, 2 Eulen, 1 Eichhörnchen einen Hirschkäfer und einen Nachtfalter. Mein nächstes Projekt wird wohl eine Krähe sein. Der Wald und seine wilden Tiere,.. 

 

Ich liebte die Indianer und zog tagelang alleine durch die Wälder. Immer fühlte ich mich von irgendwas gerufen. Ich konnte es nie fassen was es war, doch wenn ich heute zurückblicke, dann kommen Erinnerungen hoch, wie ich schon damals mit den Bäumen und den wilden Tieren und vorallem mit "Gott" gesprochen habe. Ich hatte eine unglaubliche Sehnsucht nach Spiritualität und nach dieser unsichtbaren Welt. So erschaffte ich mir meine eigenen Rituale und war immer draussen in der Natur. 

 

Die Zeit verging ohne grossen Dramen. Ich hatte meinen ersten richtigen Freund und machte die Ausbildung zur Keramikmalerin. Nichts mit Tiere,. Dieses Gebiet war mir zu emotional und zu gefährlich für meine mittlerweile schwachen Nerven :)

 

 

MINKA 2 JAHRE SPÄTER GEFUNDEN

 

Eines Tages kam meine Mam ganz aufgeregt nachhause und suchte nach einem Foto von Minka. Tatsächlich, haben wir unsere Katze 2 Jahre nach ihrem Verschwinden, in Rubigen beim Campagna gefunden. Sie lebte dort in einem kleinen Häusschen mit einem schwarzen Schwan.

 

Wir haben Minka dort weiterleben lassen. Mehrmals wöchentlich hab ich sie besucht und war einfach mit ihr dort. Da Sie so scheu war, wollte wir ihr den Stress nicht antun, sie in die Wohnung zu holen. Sie lebte dort bis sie 14 Jahre alt war.

 

Da fand ich sie eines Tages mit gebrochenem Bein und der Tierarzt meinte, dass er sie operieren müsse und sie dann mehrere Wochen nicht nach draussen dürfe.

 

Da sie auch sonst in eher schlechtem Zustand war, haben wir sie gehen lassen. Ob ich das heute auch noch so tun würde?

 

"Ich bin froh nun mit Tieren kommunizieren zu können, um in einem solchen Fall das Tier zu fragen, was es den gerne wünscht."

 

 

MEINE ERSTE EIGENE WOHNUNG

 

Erst als ich meine eigene Wohnung hatte, wollte ich wieder ein Haustier. Wenn man mit so vielen Menschen und Tieren aufgewachsen ist, ist das ein ganz schöner Kulturschock, auf einmal alleine in einer Wohnung zu sitzen!!

 

Ich holte 2 Katzen aus dem Katzenheim. In der ersten Wohnung konnte ich sie nicht raus lassen, da die Vermieter das nicht wollten. So suchte ich mir eine neue Wohnung in einem Bauernhaus. Und ab dem Tag, wo die beiden Katzen raus konnten, haben sie sich überhaupt nicht mehr vertragen.

 

Nächtelang lag ich mit ihnen auf dem Boden und versuchte sie zu beruhigen. Sie knurrten und rurrten, bis dann die kleine Peggy eines Tages nicht mehr nachhause kam. Und ich sie auch nicht mehr gefunden habe.

 

 

KATZENTHEATER

 

4 Monate später hockte früh morgens ein zerzaustes kleines Fellknäuel neben meinem Bett und miaute in den höchsten Tönen! Ich war so unendlich glücklich, dass sie wieder da war. Doch der Streit ging von vorne los, bis Peggy dann endgültig verschwunden ist und nie wieder auftauchte.

 

Auch da… Mann wäre ich froh gewesen, hätte ich die Tierkommunikation beherrscht. Oder zumindest besser über Katzen bescheid gewusst. Ich hätte ganz anders reagieren können. Ich rege mich noch heute auf und frage mich oft, was wohl mit ihr geschehen ist. Sie war so zierlich, scheu und ängstlich.

 

 

UMZUG IN DIE STATD

 

Ich musste umziehen und entschied mich in die Stadt zu ziehen. Meine Katze Joya ging zu meiner Mutter.

 

Das alleine wohnen ohne Haustier empfand ich als enorm schrecklich. Doch ich war jung und niemand kam mich besuchen, da ich immer irgendwo am A*** der Welt gelebt habe.

 

Nach 10 Monaten hatte ich die Nase voll von der Stadt und kündigte meine Wohnung wieder. Mit meinem damaligen Freund ging ich mit auf LKW Tour Quer durch Europa. Doch eines habe ich immer vermisst: Meine Katze Joya. Ich konnte kaum einen Tag verbringen ohne an sie zu denken.  Dazu kam, dass meine Mutter mir mitgeteilt hatte, dass Joya sich nur blicken lässt, wenn ich auf Besuch bin. Sonst ist sie weg.

 

 

MEINE LIEBE - JOYA 

 

Ich wollte unbedingt nachhause und suchte wieder eine Wohnung im "Out-in-the-Kraut" und holte Joya wieder zu mir. Ach.. das hat sich soo gut angefühlt. Ich fühlte mich wieder komplett und zufrieden. 

 

Später kam zu Joya noch ein blinder Kater hinzu. Er ist mir zugelaufen und lebte von da an mit uns zusammen. Leider ist er an Katzenleukose erkrankt und ich musste ihn 3 Jahre später einschläfern lassen. Er war immer draussen und auch 2 mal Umgezogen. Nach einem Umzug war auch er 2 Monate weg, dann eines Nachts wieder aufgetaucht. Dass ein blinder Kater das schafft, hätte ich nie gedacht. 

 

Er war ein süsser Kerl und hat es gehasst, wenn in der Wohnung etwas umgestellt und verändert wurde. Ansonsten hat er sich super gut zurechtgefunden. Er war der erste Kater, den ich habe kremieren lassen. Ich wollte keine Tiere mehr beim Tierarzt lassen, die dann weiter in die Kadaverstelle wandern. Geld hin oder her.

 

Die Asche von "Thömely" habe ich in seinem Lieblingswald begraben und erwies ihm so die letzte Ehre. 

 

 

ZIGEUNER-BLUT

 

Joya ist noch einpaar mal mit mir umgezogen, bis wir dann in Belp in einer EG Wohnung direkt am Bach und ohne Strasse gelebt haben. Sie hat den Garten geliebt. Ausser ihr waren noch 2-3 Katzen da, aber sonst hatte sie ihr Revier für sich. Ich beschloss, mein Zigeuner Blut zu bändigen und wollte Joya und auch meinem mittlerweile 5 Jahre alten Sohn, keinen weiteren Umzug mehr zumuten.

 

Joya war schon 14 Jahre alt und langsam wurde mir bewusst, dass ich mich eines Tages von ihr verabschieden muss… Mein Herz wurde jedesmal schwer bei diesem Gedanke und da Joya gesundheitlich super gut drinn war, hoffte ich, dass sie noch viele Jahre bei mir sein wird. 

 

 

UND ES KAM DOCH ANDERS

 

Leider habe ich mich überreden lassen, wieder umzuziehen obwohl ich das gar nicht wollte!  Joya lief davon. 10 Tage habe ich sie im kältesten Winter im Feburar bei Minus Graden stundenlang  gesucht.

 

Ich nahm Kontakt auf mit einer Tierkommunikatorin. Sie konnte mir zwar sagen, dass Joya lebt und wo sie sich in etwa aufhält, doch ich hatte kein Glück sie zu finden.

 

 

UNBEWUSSTE TIERKOMMUNKATION 

 

Ich war so verzweifelt und traurig, dass ich selber versucht habe, mit Joya zu reden. Sie war echt sauer auf mich!  Sie hatte die Nase voll von den ganzen Wechsel und ausserdem hatte es an diesem neuen Ort, der eigentlich nur 500m von der alten Wohnung weg war 17 Katzen auf kleinstem Raum! Damit hatte ich natürlich nicht gerechnet!

 

Am nächsten Tag hat mich die Tierkommunikatorin angerufen und mir mitgeteilt, dass Joya sauer auf mich sei und dass ihr die vielen Wechsel langsam aber sicher stinken! Ich war super überrascht, weil ich ja das gleiche erfahren habe und da wurde mir erst bewusst, dass ich es scheinbar auch kann. Mit Tieren zu sprechen. WOW!

 

 

JOYA IST WIEDER DA!

 

Ich bekam spät Abends ein SMS mit Fotos einer schwarzen Katze. Gefunden im Liebefeld. So einige Kilometer weit weg von Belp. Schnurstracks organisierte ich ein Auto und fuhr dahin und jaaaa! Es war Joya!

 

Dieses Glücksgefühl ist unbeschreiblich. Joya verliess 2 Wochen die Wohnung kein einziges mal. Durch den Stress bekam sie Durchfall und wollte nicht mehr fressen und trinken. Als ich sie wieder aufgepäppelt hatte, dauerte es nicht lange und Joya kam wieder nicht nachhause. Oh mein Gott, dachte ich. Das stehe ich kein zweites Mal durch! Ich suchte sie Nachts und Frühmorgens. Lief die Strassen auf und ab, in der Angst, sie wurde überfahren. Doch es lag keine Katze auf der Strasse. So nahm ich an, sie ist wieder weggelaufen. 

 

 

DAS ENDE UND EIN ANFANG

 

Auf STMZ.CH eröffnete ich erneut eine Vermisstmeldung und da passierte es: Ihre Anzeige ergibt einen Treffer. Achtung. Anzeige enthält Bild von totem Tier. Es war Joya. Meine Welt ist zusammengebrochen.

 

2 Tage lang sass ich in der Kälte auf dem Balkon und rauchte eine Zigarette nach der anderen. Ich weinte und konnte nicht mehr schlafen. Joya schlief immer oben an meinem Kopf und hat mich in den Schlaf geschnurrt. Und jetzt ist sie weg! Der einzige Trost für mich war, dass ich wusste, was mit ihr passiert ist. Ein Passant hat gesehen, wie Joya angefahren wurde und hat den Tierarzt gerufen. Dort musste sie eingeschläfert werden. 

 

Ich bin froh, hat sie jemand gesehen und hat sie davor bewahrt, draussen alleine in der Kälte unter Schmerzen zu sterben.

 

 

ICH WILL DEN TOD VERSTEHEN

 

Ich wollte unbedingt mehr über den Tod und das Danach wissen. Das war das einzige Thema mit dem ich mich noch beschäftigen konnte. So kaufte ich mir Bücher über Engel und Tierkommunikation, nur um mich Joya nah zu fühlen. Ich malte mit meinem Sohn ein Bild für Joya. Lies sie kremieren und gestaltete eine kleine Gedenkstätte. Sie ist noch heute da. Wenn ich bereit dazu bin, dann verstreue ich ihre Asche an der Gürbe, dort wo sie so gerne war. Doch jetzt geht's halt grad noch nicht. 

 

 

ERNEUTE HAUSTIER-PAUSE

 

Heute habe ich keine Haustiere mehr. Ich will mal noch ein bisschen Reisen gehen und habe meinen Platz, wo ich alt werden will noch nicht gefunden. 

 

Auch bin ich immer noch sehr traurig über das Ende mit Joya und könnte noch keine andere Katze halten.

 

Ich freue mich jeden Tag über die Enten und Fischreiher an der Gürbe, beobachte liebend gerne die Krähen und Amseln. Im Sommer dann die Bienen und Schmetterlinge, für die ich extra den Oregano blühen lasse. Ich kann noch heute nicht an einem Regenwurm auf der Strasse vorbei gehen ohne ihn in die Erde zu tragen. Ich liebe die Spinnen und jede in meiner Wohnung hat so ihren eigenen Namen.

 

 

BELINDA DIE KREUZSPINNE

 

Dabei erinnere ich mich gerade an die Spinne Belinda. Es war eine schöne Kreuzspinne und am Morgen als ich aufwachte, hat sie sich ein Netz über mein offenes Fenster gespinnt. Ich verwies sie darauf hin, dass ich das Fenster nicht den ganzen Sommer für sie offen lassen kann und bat sie, ihr Netz anderswo zu spinnen.

 

Am nächsten Morgen hat sie es sich quer über den Kücheneingang gemütlich gemacht. Auch hier konnte sie natürlich nicht bleiben. 

 

Wieder am nächsten Tag, fand ich ihr Netz, an den Herdplatten-Schalter. Ich dachte die hat echt einen knall, das habe ich ja noch nie erlebt :)

 

Schlussendlich war sie dann beim Radiator und hat einen Küchenschrank beansprucht. Das war ok und ich liess sie dort hausen. Bis meine Schwester mich besuchte und das Netz von Belinda beseitigte, da sie ja im Weg ist! Aber hallooo????

 

 

SPINNEN - ICH SPINNE

 

Ich hatte oft streit mit meinem Freund, weil er sich ab den Spinnen aufregte, doch für mich gehören die dazu und machen doch das gute Hausklima aus ;) 

 

Ich musste mal in meiner Ausbildung die Fenster putzen. Ich sprühte sie ein und da bewegten sich lauter kleine Punkte. Bei näherem hingucken sah ich, dass es junge Kreuzspinnen waren! 

 

Phu, ich nahm einen Schnippsel Krepp-Papier und habe jede einzelne aus dem Giftgemisch geholt. Mein Chef kriegte fast die Krise und meinte, dass er mir diese Stunde von der Arbeitszeit abzieht :) Soll er doch. Iss mir wuarscht.

 

Einmal hat auch eine grosse Spinne meine kleine Sophie fressen wollen und hat sie eingespinnt! Ich weiss, es ist die Natur, doch meine Sophie frisst man nicht. Ich habe sie "ent-spinnt" mit Skalpell und meinen Keramikmal-Utensilien. Ach die verständnislosen Gesichter meiner Mitarbeiter.. köstlich. Ich weiss.

 

Manchmal spinne ich eben auch :D) 

TIERKOMMUNIKATION - AM DRAHT

 

Nun, auch wenn ich zur Zeit keine eigenen Haustiere möchte, fehlt mir dieser Kontakt sehr. Mit der Tierkommunikation finde ich eine Aufgabe, die mich sehr erfüllt und oft auch berührt.

 

Es ist mein Wunsch, den Menschen die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Tiere näher zu bringen. Als Vermittlerin zu dienen, damit das Leben für Mensch und Tier einfacher und verständnisvoller werden kann. 

 

Ob bei Verhaltensauffälligkeiten bei den Haustieren oder die Trauer des Menschen, über den Verlust eines geliebten Haustieres aufzufangen und verständnisvoll zu begleiten. Meine Fähigkeiten im Coaching, der Kreativität, der energetischen Arbeit und nicht zuletzt mein grosses Interesse an der Kommunikation im allgemeinen, fügen sich in TIER_KLANG schön und vollkommen zur Krönung meiner Arbeit zusammen. 

DANKE FÜR DEINE ZEIT UND BIS BALD

 

Ich danke dir von Herzen, dass du meine Geschichte bis hierhin verfolgt hast. Ich sende dir wunderbare fröhliche Energie und wer weiss, vielleicht sehen oder hören wir uns eines Tages.

 

Damit du es weisst: Ich bin gerne für dich und dein Tier da ;) 

 

Alles liebe

~Andréa 

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Andrea Wittwer

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