Blind Date mit deiner Angst - Annehmen statt Loslassen

WIR KENNEN SIE ALLE - DIE ANGST!

 

Angst davor, nicht gut genug zu sein. Angst davor, kritisiert zu werden. Angst vor Krankheit, vor Verlust, vor dem Tod.

 

Allen liegt die Angst vor dem "Nichts" zugrunde. Klingt komisch. Iss aber so ;) 

 

Wir fürchten uns am meisten davor nichts zu haben und nichts zu sein.

 

Ich habe einen Blog Artikel über die Angst geschrieben. Da ich viele Jahre  von Angstgefühlen geplagt war. Heute habe ich einen anderen Zugang zu meiner Angst und durch viele Stunden Bewusstseins- und Körperarbeit bin ich heute soweit, dass die Angst nicht mehr mich und mein Leben beherrscht. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ein Leben in ständiger Angst ist echt anstrengend und blockierend! 

  

 

ANGST VS. FURCHT

 

Während die Furcht überlebenswichtig ist, da sie uns vor objektiven Gefahren warnt, ist die Angst ein Gefühl, das uns vor subjektiv eingestuften Gefahren warnt.

 

Das heisst: Nicht jeder Mensch hat Angst davor, sich MIT einem Fallschirm aus einem Flugzeug zu stürzen. Aber jeder Mensch hat Angst davor, sich OHNE Fallschirm aus einem Flugzeug zu stürzen, da ja ohne lange zu diskutieren das Ende dieser Geschichte klar ist.

 

Auch ist es so, dass man immer vor Situationen angst hat, die NOCH NICHT eingetroffen sind. Also Dinge und Situationen, die man erwartet, dass sie eintreffen könnten. Aber eben nicht müssen. Man weiss es eben nie so genau ;) 

 

Also ich hatte  immer vor unlogischen Dingen angst wie zum Beispiel, dass mich ein Fisch in der Aare frisst, nicht aber dass ich ertrinken könnte. Lachen erlaubt. Jaja. ;)

 

 

WAS ANGST MIT DIR MACHT

 

Angst hält dich zurück, macht dich klein und hindert dich daran ein erfülltes Leben zu führen.  Die Angst will dich schützen. Vor Verletzungen und Schmerzen. Doch sie merkt nicht, dass sie dich mit ihrer Fürsorge erstickt, erdrückt und platt macht. 

Willst du wissen, wie du deine Angst in dein Leben integrierst, so dass sie dein Leben nicht mehr blockiert? Dann lies diesen Artikel bis zum Schluss, es wartet eine spannende Übung auf dich ;)

 

 

ANGST VOR DEM NEIN SAGEN

 

Ein Nein nach Aussen ist ein Ja nach innen!

  

Nein sagen ist eigentlich ganz einfach.

Sag mal: "Nein!"

Das geht ganz leicht und ohne Probleme gell? :)

das schwierige beim Nein sagen, sind deine Gefühle dazu!

 

 

ANGST, SCHULD UND SCHAM

 

Also liegt die Schwierigkeit nicht darin Nein zu sagen, sondern die Gefühle, die das Nein sagen mit sich bringen, auszuhalten. Diese Gefühle sind in der Regel Angst und Schuld. Auch die Scham gesellt sich gern dazu.

 

 

Angst, nicht mehr gemocht zu werden. Angst vor den Konsequenzen. Schuld, weil du Andere nicht verletzen möchtest und dich schuldig fühlst, wenn sie beleidigt und enttäuscht sind und Scham, weil du dich vielleicht für dein Verhalten, "gerade nicht verfügbar sein zu wollen" schämst.

 

 

DAS REPTILIENHIRN

 

Nein sagen, kann den Ausschluss aus der Gruppe bedeuten. Dieser Ausschluss bedeutete früher den sicheren Tod. Denn in der Steinzeit war es überlebenswichtig zu einer Gruppe dazu zu gehören.  In unserem Hirn gibt es einen Bereich, der nennt sich Reptilienhirn. Es ist der älteste Bereich unseres Gehirns und funktioniert noch immer so, wie in der Steinzeit. 

 

 

Unser Leben hat sich verändert. Wir leben im 21. Jahrhundert und sind nicht mehr darauf angewiesen, zu einer Gruppe dazu zu gehören. Sicherlich sind soziale Kontakte für unsere Gesundheit sehr wichtig, doch unser Leben hängt nicht mehr davon ab. Das Reptilienhirn weiss das nicht. Denn es sieht nicht, was wir sehen und hört nicht, was wir denken. Das Reptilienhirn funktioniert nur über innere Bilder und gibt alles daran, dich am leben zu halten.

 

 

DIE ANGST UND IHRE AUFGABE

 

Beleuchten wir doch erst einmal die Angst. Angst hat einen sehr negativen Touch. Alle wollen frei sein von Angst. Doch die Angst existiert. Und alleine das macht es aus, dass auch sie eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat. 

 

 

Die Angst ist deine Beschützerin. Sie ist sehr besorgt um deine Sicherheit. Kannst du dich daran erinnern, was dir deine Mutter oder dein Vater gesagt hat, wenn du auf die Aufforderung: "Räum dein Zimmer auf!" mit "Nein" geantwortet hast? Oder wenn du gesagt hast, du hilfst nicht den Tisch abräumen oder willst nicht zur Schule gehen? Ihre Reaktion war mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht sehr ideal. Das heisst, du hast bereits früh gelernt, dass Nein sagen und nach deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu leben, Stress oder Strafe bedeutet.

 

 

WARUM ANNEHMEN STATT LOSLASSEN

 

Versuche mal einen Löffel loszulassen ohne dass du ihn in deiner Hand hälst! Geht nicht gell? Bevor du etwas loslassen kannst, musst du es annehmen. Etwas das du nicht in deinen Händen hast, kannst du nicht loslassen. Wenn du dich im Annehmen und in der Akzeptanz übst, dann wird das Loslassen fast von alleine und ohne grossen Kraftaufwand stattfinden können. Denn dann hörst du auf gegen deine Angst zu kämpfen. Dann gestehst du dir ein: Ja, es kann dies und jenes passieren. Ja ich werde einmal sterben, ja es gibt Unfälle, ja ich kann krank werden und ja ich bin verletzlich! 

 

Wenn du dir dieses Geständnis abgibst, dann hört deine Angst fast von selbst auf zu Arbeiten, da sie merkt: Es ist zwecklos. Ich kann noch so viel Angst haben, es ändert nichts an der Situation, dass es im Aussen keine Sicherheit gibt. Die Sicherheit findet sich nur in unserem Innern. 

 

 

DIE ANGST ZU BEKÄMPFEN IST CHANCENLOS

 

Es ist im Grunde immer und überall das gleiche Prinzip.

 

Jeder und alles, was verdrängt und nicht akzeptiert wird, ringt nach Aufmerksamkeit. Es macht sich grösser und beginnt, sich eigenartig zu verhalten. Den Kampf gegen deine Angst wirst du verlieren. Die Angst ist viel stärker als du. Also baue mit ihr eine Beziehung auf. Hier zeige ich dir wie du das tun kannst:

 

 

 

BLIND DATE MIT DEINER ANGST

 

Gib deiner Angst ein Gesicht, damit du weisst, mit wem du konkret in eine Beziehung trittst:

 

Entspanne dich und nimm Kontakt mit ihr auf. Versuche sie dir bildlich vorzustellen, kannst du etwas erkennen?

  • Wie sieht sie aus?
  • Welche Farbe hat sie?
  • Wie heisst sie? 

 

Wenn du nichts siehst, dann gibt ihr einfach ein Gesicht und einen Namen.

Wenn deine Angst dunkel und eher fürchterlich aussieht, dann mach sie freundlich!

  • Gib ihr deine Lieblingsfarbe
  • Ein freundliches Gesicht
  • oder eine schöne Form
  • und einen schönen Namen
  • Begrüsse sie mit einem freundlichen "Hallo".

 

Klingt ein bischen verrückt gell, aber es funktioniert. Probier es einfach mal aus, auch wenn du dir dabei albern vorkommst. 

Frage sie, was sie braucht, damit es ihr gut geht und was du konkret tun kannst, damit sie sich beruhigen kann.

 

Wie sehen die Antworten aus? Schreibe sie auf und werde dir klar, was du tun kannst, um deiner Angst entgegen zu kommen.

Gib deiner Angst zu verstehen, dass du froh darüber bist, sie an deiner Seite zu wissen. Aber dass es für dich auch wichtig ist, Nein sagen zu dürfen, dich mutig und kreativ auszudrücken. Aus der Reihe zu tanzen, zu spielen und neugierig die Welt zu erforschen.

 

Vertiefe die Beziehung zu deiner Angst, so dass ihr zu einem Team werdet und gemeinsam am gleichen Strick ziehen könnt.

Wenn deine Angst mit ihrem Beschützerinstikt mal wieder übertreibt, dann lenke deine Aufmerksamkait auf deinen Atem.

 

 

TIEF UND RUHIG ATMEN HILFT

 

Atme tief und ruhig ein und wieder aus. Mach das ein paar Mal, bis du merkst, dass sich dein Körper wieder entspannt.

 

Wenn du angst hast, dann spannt sich der ganze Körper an. Klar denken ist beinahe unmöglich.

Wenn du tief und ruhig beginnst zu atmen, wirkt das beruhigend auf dein ganzes Nervensystem. Wenn du entspannt bist, kannst du nicht ängstlich sein. Das geht einfach nicht. Also immer daran denken: Einatmen, entspannen, ausatmen, entspannen... 

 

So kannst du wieder klar denken und nimmst die Verbindung zu dir selbst wieder auf.

 

Du spürst, was du selbst willst und es wird möglich Nein zu sagen oder deine Wünsche, Träume und Ideen nach Aussen zu tragen. Ruhig und klar bei dir zu sein.

 

 

STARKE ÄNGSTE UND PANIKATTAKEN

 

Leidest du unter starken Ängsten oder Panikattaken, dann rate ich dir eine Fachperson aufzusuchen, die dich professionell darin unterstützt mit deiner Angst um zu gehen.

 

Ich kann dir das sehr empfehlen, denn mein Leben war einst geprägt von Angst.

 

Angst vor der Angst und noch mehr Angst. Es ist ein Leben, das kein Leben mehr ist.  Angst ist gut, doch sie muss ein vernünftiges Mass haben. Du solltest sie kontrollieren können und nicht sie dich.

 

Wie gehst du mit deiner Angst im Alltag um?

Ist Angst für dich ein grosses Thema, über das du gerne mehr wissen möchtest?

Lass es mich wissen!

 

Ich schreibe gerne mehr darüber, wie ich es geschafft habe, meine starke Angst zu besänftigen und unbeschwerter durchs Leben gehen zu können. ;)

 

Herzliche Umarmung und viel Spass bei deinem ersten Date mit deiner Angst :)

~Andréa

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Andrea Wittwer

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